Ein altes Naturheilmittel: das Kissen mit Kirschkernen
Schon Oma wusste, wie man das ein oder andere kleinere Leiden wieder kurieren kann: mit einem wohlig warmen Kirschkernkissen. Das Kirschkernkissen war noch vor einigen Jahrzehnten das Heilmittel der Wahl, wenn es um kleinere Wehwehchen ging. Im Sommer wurden die zahllosen Kirschen geerntet und die Kerne nicht etwa weggeworfen, sondern gründlich gewaschen und gebürstet, bis sie ganz von Fruchtfleisch befreit waren, und anschließend in der Sonne getrocknet. Für ein Kissen mit Kirschkernen ist es wichtig, dass die Kirschkerne ganz sauber und trocken sind, damit sich später nicht Pilze, Bakterien oder Milben auf ihnen vermehren können. Waren die Kirschkerne ganz trocken, wurden sie eingesammelt und in kleine Kissenhüllen aus Baumwolle eingenäht. Damals hatte jedes Kind und natürlich auch jeder Erwachsene sein eigenes Kirschkernkissen, meist in ganz bunten Farben und meistens aus Stoffresten zusammengenäht. Im Winter dann wurden die Kissen unter dem Kachelofen gelegt und zur Abendzeit in die Betten gesteckt. Die angenehme Wärme, die die Kirschkerne im Laufe der Nacht abgegeben haben, hat so manchen kalten Fuß oder schmerzenden Bauch gewärmt. Die Anwendungsmöglichkeiten für diese Kirschkernkissen waren und sind bis heute nahezu unendlich. Damals wurden die Kirschkerne aber in der Regel immer warm angewendet. Das heißt aber nicht, dass warme Kirschkerne nur etwas für kalte Wintertage und – nächte waren, nein, auch im Sommer konnte ein erwärmtes Kirschkernkissen so manche Schmerzen lindern. Heute weiß man, dass die Kirschkerne auch eine sehr angenehme Wirkung haben, wenn sie gekühlt verwendet werden. Nachdem die Kirschkerne eine zeitlang im Kühlschrank lagen, können sie sehr gut Kopfschmerzen oder Schwellungen lindern.