Abi Party und Spring Break
Feiern nach Ami-Vorbild
In Deutschland greift das Phänomen der Abi-Partys immer mehr um sich. Vorbild hierfür ist der so genannte Spring Break-Kult aus den USA, den man dort jedes Jahr im Frühling beobachten kann. In den Frühjahrsferien jedes Jahres (Spring Break), gewöhnlicherweise im März/April, fahren etwa eine Million Jugendliche und Studenten für etwa eine Woche in die Sonne, um ausgiebig zu feiern. Reiseziele sind hiefür verschiedene Städte an der Südküste von Florida, z.B. Daytona Beach, Palm Springs und Panama Beach, aber auch Orte auf Jamaica oder in der Karibik.
Die Feiern im Laufe dieser Woche gehen meist weit über das “normale” Maß hinaus, übertriebener Alkohol- und Drogengenuss, sexuelle Freizügikeit und Exhibitionismus sind an der Tagesordnung. In Panama City beispielsweise, der “Welthauptstadt des Spring Break” versammeln sich jährlich knapp 500.000 Feiernde. Jede Nacht werden in den Kliniken des Ortes mindestens ein dutzend Junger Menschen behandelt, die eine Alkoholvergiftung erlitten, eine Überdosis Drogen genommen, oder zu lange in der Sonne gelegen und sich somit starke Verbrennungen zugelegt haben.
Doch nicht nur für die Feiernden selbst hat das Party-Machen negative Auswirkungen. Die durch den Alkohol etc. enthemmten Jugendlichen (zer-)stören das Stadtbild konservativer Städte natürlich erheblich. Den Bewohnern von Fort Lauderdale, der ehemaligen Party-Hochburg, wurden die Zerstörungen und die Freizügigkeit zu viel, durch Einschränkungen wurde die Zahl der Anreisenden von 350.000 im Jahr 1985 auf etwa 15.000 derzeit gesenkt.
Auch in Europa und Deutschland wird diese Art des Feierns immer beliebter. Zielorte für den europäischen Spring Break sind vor allem Lignano Sabbiadorro in Italien und Lloret de Mar in Spanien.