Christstollen: Eine der ältesten Weihnachtstraditionen
Bald schon steht der erste Advent vor der Tür, da sieht man beim Gang durch die Straßen nicht nur leuchtende Weihnachtsdekorationen in den Fenstern, sicherlich steigt auch hier und da der Duft frisch gebackener Weihnachtsleckereien in die Nase. Denn Plätzchen dürfen in der Vorweihnachtszeit nicht fehlen! Dabei ist die Tradition, Plätzchen zu backen, noch garnicht so alt. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die kleinen Backwaren auch in den einfachen Haushalten verbreitet, da vorher Zucker sehr teuer war und die Plätzchen nur den höheren gesellschaftlichen Schichten vorbehalten waren.
Viel älter aber ist der Brauch des Christstollen. Die Wurzeln dieses Weihnachtsgebäckes reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Da wurde der Stollen erstmals urkundlich erwähnt, und zwar in Naumburg an der Saale und nicht – wie viele sicherlich vermuten – in Dresden. Dort wurde er erst 150 Jahre später erwähnt. Doch trotzdem ist heute der Dresdner Stollen der Klassiker unter den Christstollen.
Im Gegensatz zu anderen Stollen enthält dieser kein Marzipan, das macht ihn sehr gut haltbar, so dass er sich auch mehrere Wochen aufbewahren lässt. Neben dieser Art gibt es aber noch viele weitere Stollenrezepte. Dabei sind die Zutaten, die maßgeblich für den Geschmack sind, oft auf namensgebend, so unter anderem beim Butterstollen, Nuss-Stollen oder Marzipanstollen.
Marzipanstollen gibt es übrigens in Deutschland schon seit dem 17. Jahrhundert. Da Marzipan, welches aus Mandeln, Zucker und Rosenwasser besteht, früher sehr teuer war, war der Marzipanstollen nur wohlhabenderen Kreisen verbreitet. Erst später hat er sich – genau wie die Plätzchen – auch in einfachen Haushalten verbreitet. Heute muss ein Marzipanstollen übrigens mindestens fünf Prozent Marzipan enthalten, damit er unter dieser Bezeichnung verkauft werden darf.
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