Welche Bedeutung haben Rootserver für die Internettelefonie?
Rootserver sind das Kernstück des Adressierungssystems im Internet. Auf ihnen sind die Daten gespeichert, die man benötigt, um eine bestimmte Website aufrufen zu können oder den zentralen Server eines einzelnen Anbieters gezielt ansprechen zu können. Fallen die Rootserver aus, funktioniert im Internet überhaupt nichts mehr.
Ursprünglich waren die Root Server einzelne Rechner oder Gruppen von Rechnern, die an einen Standort gebunden waren. In dem Maße, wie sich die Nutzung des Internets erhöhte, stieg auch die Zahl der Anfragen an die Linux Root Server. Schon bald waren die Linux Server dieser Flut von Anfragen nicht mehr gewachsen. Hinzu kam, dass die meisten von ihnen im Amerika standen und die Anfragen aus aller Welt dort zusammenliefen. Größere Systemausfälle waren die Folge. Weltweite Telefonie über das Internet im Vollduplexverfahren war zu diesem Zeitpunkt undenkbar, weil es dabei auf eine sehr schnelle Übertragung der Daten zur Zieladresse ankommt.
Ein ganz entscheidender Schritt zur Beschleunigung der Antworten auf die Anfragen war die Einführung des Anycast Prinzips. Unter Anycast Prinzip versteht der Fachmann den Zusammenschluss mehrere Linux Root Server zu einem logischen Server. Dabei ist der Standort der einzelnen Rechner ohne Belang, wenn nur gesichert werden kann, dass dort überall die gleichen Daten gelagert werden. Diese an einem logischen Server beteiligten Rechner erhalten eine identische Adressierung. Das führt dazu, dass jede Anfrage immer an den nächsten erreichbaren Rechner weitergeleitet wird. Das wiederum verkürzt den Zeitraum, der bis zum Eintreffen der Antwort vergeht. Alle im Internet verfügbaren Dienste wurden dadurch deutlich schneller und der Weg für die Einführung von Voice over IP via Internet wurde dadurch ebenfalls frei gemacht.